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Eine kurze Geschichte aus fünf Buchtiteln, erste Fassung geschrieben am 22.7.01 Unter den Linden Der Sumpf“ des Nichtstuns hat mich wieder. Hier sitze ich nun, zu Hause. Besser, nur der Ort an dem ich fernsehe, lasse mir meine Gedanken mit sinnfreien Fernsehmüll verkleben, fühle mich nicht in der Lage dies zu verhindern und beginne mir mein Leben als armselige Daily-Soap vorzustellen. Dabei stoße ich auf die Frage: „Wer inszeniert eigentlich das Leben?“ RTL, der liebe Gott oder ...- nein, ich meines zur Zeit bestimmt nicht. Sie müssen wissen, meine Frau lebt nach dem Motto: „Zwei Männer sind keiner zuviel“, und ich bin nur zum Beibehalten einer niedrigen Steuerklasse zu gebrauchen. All meine Jugendträume wurden in schwere Ketten gelegt und so fühle ich mich hier im „Haus des Vergessens“ – welches ich so nenne, da meine Frau mich zu vergessen scheint, sobald sie die Wohnungstür zufallen läßt, und weil ich mich weder an Hochzeitstag noch an unbeschwerte Jugendträume erinnern kann –, wie ein lethargischer Tiger im Käfig. Wenn sie dann nach Hause kommt, ersparen wir uns die Versuche den Krampf unserer Beziehung zu artikulieren, und betäuben unsere „lautlosen Fronten“ mit lieblichem Schlaf. dk 07/01
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