Wettbewerb
Wir
hatten Schülerinnen und Schüler aufgerufen, uns Berlin-Gedichte
zu schicken. Hier präsentieren wir einige der Texte.
Rike
Daetz hat mit "Dorfkind" einen Schreibspaziergang für
ihre ganze Klasse gewonnen:
Dorfkind
Unterm Asphalt ist
noch Erde,
doch riechen kann ich sie nicht.
Anders, als wenn ich zu Hause wäre
und ein Sonnenstrahl durchs Laubdach bricht.
Hier spiegelt er
sich
in Ölpfützen und Glasfassaden.
Es ist wie eine andere Welt für mich,
trau nicht mal nach dem Weg zu fragen.
Scheu sehen meine
Augen
die vielen Menschen an,
als würde die Stadt sie einsaugen.
Wann kam meine Bahn?
Wohl alle zehn Minuten,
sagte gestresst die Frau an der Information.
Brauch mich also nicht zu sputen.
Was entgeht mir schon?
Gerade war ich auf
dem Fernsehturm.
Die Enge im Fahrstuhl ängstigte mich.
Zu Hause wehe in solch' Höhe mein Haar im Sturm.
Dennoch - die Aussicht königlich.
Hier sehe ich Häuser
aus Beton,
zu Hause das Meer
Nun steige ich in den Wagon,
voll, zu Hause wäre er leer.
Und ich sehe durchs
Fenster,
der Bahnhof vorbei,
Menschen wie Gespenster,
in der Bahn ein Geschrei.
Der Heimat entgegen,
raus aus der Stadt.
Gedanken verwegen,
darüber was ich erlebt hab'.
Unter den Linden
-
Mächtig war das Gefühl.
Doch nichts kann mich hierher binden.
Trotz vieler Menschen irgendwie kühl.
Übern Ku(h)damm
trugen mich meine Beine,
bin zwischen Menschen hindurchgehetzt.
Jedoch Kühe sah ich keine.
Hab mich schließlich ins Kaffee gesetzt.
Stecke mir Kopfhörer
in die Ohren.
Will die Stadt nicht mehr hören.
Bin hier nicht geboren,
zwischen quietschenden Reifen und kreischenden Gören.
Nun ja, für
kurze Zeit
mal ganz schön.
Eine Stadt der Menschheit.
Auf wiederseh'n Berlin!
weitere Texte:
Berlin
(Kerstin Z.)
Be Berlin (Annalena Ahrens)
Berlin, da ist das Rathaus rot
(Anika Gerstenberg)
Berlin ist eine große Stadt
(Felix Gruber)
Döner (Maximilian Höhne)
Unter den Linden (Leslie A.)